
Gerstruben mit der Höfats (2.258m) im Hintergrund..
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Leichte Wanderung zu einer ehemaligen Walser
Siedlung, die heute zum Markt Oberstdorf (Allgäu) gehört. Am besten startet
man am Parkplatz am Renksteg. Zunächst läuft man in Richtung Spielmannsau,
läuft dann aber Richtung Golfplatz. Man hat dann verschiedene Möglichkeiten
nach Gerstruben zu kommen. Am interessantesten ist der Weg durch das Hölltobel.
Hier soll angeblich der Eingang in die Unterwelt sein. Man findet hier auch
einen beeindruckenden Wasserfall. Für den Weg nach Gerstruben braucht man ca. 1
1/2 Stunden.
Der Zeitpunkt, als die ersten Siedler in Gerstruben sesshaft wurden, ist nicht
genau bekannt. Ebenso wenig wie die ersten Namen und die Herkunft der Siedler.
Vermutlich wurden von den Grafen von Rettenberg wehrtüchtige Leute als Schutz
gegen Tirol, die aus dem Wallis stammenden Walser angesiedelt. Verschiedene
Anzeichen sprechen dafür, dass Gerstruben zur gleichen Zeit und zu den gleichen
Bedingungen wie im Kleinwalsertal und dem Tannberg besiedelt wurde. Die Walser
Siedler kauften ihre Güter meist von den Alpbesitzern, meistens Klöster und
Stifte (hier das Stift Kempten). Die Bedingungen waren äußerst günstig, so
mussten sie nur die symbolische Abgabe von einem Käse pro Jahr abgeben und
hatten ihre eigene Freiheit und ihr eigenes Gericht. Wahrscheinlich werden aber
bereits vor den Walsern verschiedene Bewohner in Gerstruben gelebt haben. Die
Walser brachten aber die Wandlung von der Bewirtschaftung. Der ursprüngliche
Ackerbau wurde von Milch- und Viehwirtschaft abgelöst. Gerade die Walser
Zuwanderer hatten diese Bewirtschaftungsweise in hoch gelegenen Alpenorten
perfektioniert.
Bis vor 90 Jahren gab es nur einen Fußweg nach Gerstruben, und bis 1953 wurden
alle Lasten mit Roß und Wagen heraufgebracht. Im Winter waren die Leute oft
wochenlang eingeschneit. Es waren harte Menschen und harte Zeiten. Im Jahre
1892/93 wurden alle 9 Anwesen an eine Elektrizitätsgesellschaft, die in diesem
Tal einen Speichersee errichten wollte verkauft. Das geplante Kraftwerk wurde
jedoch Gott sei Dank nie gebaut. Im Jahre 1896 ging es in den Besitz des
Freiherrn von Heyl über, der das Gebiet zu Jagd nutzte und fast die gesamte
Bergbauernsiedlung erhielt. 1953 verkaufte seine Frau Anneli das gesamte Gebiet
an den Verein Oberstdorfer Rechtler, eine Vereinigung von vielen Oberstdorfern Bürgern.
Auch damals stand die Gefahr eines Wasserkraftwerkes wieder im Raum. Die
Rechtler setzten die teilweise abbruchreifen Häuser, die fast alle unter
Denkmalschutz stehen, wieder instand. Heute leben die Wirtsleute vom Cafe
Gerstruben noch ganzjährig in diesem Ort. Manchmal werden auch Führungen an
diesem historischen Ort gegeben.
Eine schöne Mountain-Bike Route ist von
Oberstdorf nach Gerstruben und noch weiter bis zur Dietersbachalpe (1.330m).
Gleiche Strecke wieder zurück.
Persönliche Erlebnisse:
06.09.2003
Am heutigen Tag war der Jahresausflug von der Vorarlberger Walservereinigung. Wir sind nach Gerstruben gelaufen und wurden von den Oberstdorfer Heimatpflegern und Geschichtskennern Marie-Luise Althaus, Eugen Thoma, Toni Köcheler und Dr. Thaddäus Steiner bestens geführt. Es war sehr interessant was diese vier Personen uns geschichtliches, aber auch aus dem früheren Alltag aus Gerstruben vermitteln konnten.