Das Gemstelkoblett ist eigentlich kein Gipfel und
auf das Koblett läuft man nicht als Gipfeltour, sondern nutzt es z.B. als
Verbindungsweg zwischen Mindelheimer Hütte und Widdersteinhütte. In den
meisten Wanderkarten wird das Koblett als Koblat oder Koblach oder
Gemstelkoblach bezeichnet. Bei uns im Walserdialekt hieß es aber immer schon
einfach nur Koblett. Das ganze Gebiet zwischen Geißhornjoch und Gemstelpass
wird ganz einfach als Koblett bezeichnet und wenn das Koblett erzählen könnte
würde es viele Geschichten von alten Schmugglern und Finanzern erzählen. Hier
führten viele Pfade auf denen man den Finanzern aus dem Wege gehen
konnte.
Das Koblett ist fast wie eine kleine Hochebene und sehr leicht zu laufen, nur
wenn es neblig wird haben selbst die Einheimischen die sich sehr gut auskennen
großen Respekt vor diesem Gebiet. Hier haben schon einige nicht mehr gewusst wo
hinten und vorne ist.

Blick vom Gemstel auf das Koblett.
Persönliche Erlebnisse:
14.06.2003
Ich bin mit einem Freund zunächst auf das
Geißhorn (vom Gemstel) und dann vom Geißhornjoch über das Koblett zum
Gemstelpass und von dort wieder zurück über das Gemstel nach Bödmen.
Wenn ich über das Koblett laufe kommen mir immer alte Erinnerungen von meinen
Großeltern Stefan und Mariele. Mein Opa Stefan erzählte ab und zu mal ein paar
alte Schmugglergeschichten und meine Oma war sowieso ein Erzählerin erster
Güte. Sie erfand sehr oft eigene Geschichten und baute mich und meine beiden
Brüder in die Geschichte ein. Sehr gerne erinnere ich mich an diese alten
Geschichten und überhaupt an meine Großeltern. Sie strahlten in ihrem alten
Häuschen im Schwendle eine seltene Ruhe aus und waren immer für mich und meine
Geschwister da. Wir konnten zu jeder Tageszeit kommen und wenn wir hungrig waren
kochte uns "Mariele" "Erdöpfelnuudla", "Wiischdrüüble"
(ohne Wii), "Riebel" oder die Pilze die wir gesammelt haben. Schön
war es mit dem Fahrrad noch auf dem alten Weg durch das Wiesele und Gschtrüüss
ins Schwendle zu fahren. Da gab es noch Gefahren, z.B. mit der Kurve bei der
schon mancher über den Weg hinunter gefahren ist .....
Oder man erinnert sich auch an andere Schmugglererzählungen, z.B. von den
früheren Studenten die in Innsbruck oder noch weiter weg studierten, wie sie
immer wieder verschiedene Sachen schmuggelten. Meistens liefen sie über die
Stieralpe, da sie wussten dass fast alle Finanzer Angst vor den Stieren hatten
....