Der Elfer ist der 2. höchste Berg im Kleinwalsertal und wird oft als einer der schönsten Grasberge in den Allgäuer Alpen beschrieben. Etwas was den Walsern aus dem Kleinwalsertal nicht unbedingt behagt, da es einer der wenigen Berge ist, dessen Gipfel komplett im Gemeindegebiet der Gemeinde Mittelberg ist. Da sich die Walser nicht als Allgäuer sehen, ist das mit dem Begriff Allgäuer Alpen immer so eine Sache ;-) Trotz seiner Bedeutung wird der Elfer wenig bestiegen, da selbst die einfachste Route viel Erfahrung voraussetzt. Im Alpenvereinsführer Allgäuer Alpen wird die Route von Bödmen ins Gemstel über die Schönisbodenalpe beschrieben, wo man von dort links haltend auf die Westflanke des Elfers quert. Einfacher noch ist die Route über die "Rüazlar Schüüna" im direkten Anstieg, doch sollte man sich da sehr gut auskennen. Der Aufstieg über das Steilgras, welche Stellen in I aufweist, setzt perfekte Trittsicherheit und trockene Verhältnisse voraus und ist eine wahre Konditionsschinderei. Als Belohnung findet man eine großartige Alpenflora und mit etwas Glück einige Steinböcke vor. Am Gipfel kann man herrlich an der Sonne liegen. Eine andere Route kommt auch vom Wildental hoch. Verbinden lässt sich der Gipfel auch gut mit dem Zwölfer oder über den Grat zum Runden Köpfle (II, schwierig und ausgesetzt) auf den Liechlekopf.

Blick vom Liechlekopf (24.09.2006)
Eigene Erlebnisse:
13.10.2007
Der Elfer und Zwölfer sind meine Hausberge. Da ich aber leider nicht ganz
hundertprozentig schwindelfrei bin, waren diese beiden Gipfel für mich irgendwie
nicht wirklich erreichbar, aber trotzdem ein großer Traum zum einmal dort hinauf
zu kommen. Nachdem ich die letzten Jahre ja sehr viel auf Bergtour gegangen bin
und mit Daniela und Rainer viel unterwegs war, meinten sie, dass ich durchaus in
der Lage bin dort hinauf zu kommen. Nachdem das Wetter am vergangenen Samstag
leider diese Tour nicht zuließ, kam heute in der Früh der Anruf zum Versuch auf
diese beiden Gipfel. Ich war schon ein wenig nervös, da ich nicht genau wusste
was mich erwarten würde. Vom Lukasa Gänschtl stiegen wir über das von Rainer
getaufte "Otmara Tobel" (nach meinem Bruder) hinauf zur "Rüazlar Schüüna".
Weiter ging es einfach gerade hinauf über die Westflanke vom Elfer. Nach einem
ziemlich steilen Stück war ich schon sehr nahe am Aufgeben, doch Rainer und
Daniela redeten mir gut zu und meinten es würde nicht schlimmer, sondern eher
einfacher werden. Also ging es weiter und irgendwann verließen wir dann die
Westflanke und es begann eine für mich etwas unangenehme Querung, bis wir dann
wieder gerade hoch in den Sattel zwischen Elfer und Zwölfer liefen. Von dort war
es dann nicht mehr schwer auf dem Grat hinüber zum Gipfel des Zwölfers. Der
Anstieg zum Elfer sah von hier aus schon ziemlich hoch aus, doch ich machte mir
eigentlich gar keine Gedanken, sondern war erst mal glücklich, dass ich es schon
auf den Zwölfer geschafft habe. Nach einer Pause starteten wir dann langsam zum
Endanstieg zum Elfer. Rainer und Daniela hatten wirklich recht und es war nicht
so schlimm wie es aussah. Kurz vor dem Gipfel kam noch eine kleine
Klettereinlage und dann stand ich oben auf dem 2. höchsten Berg des
Kleinwalsertals. Es war für mich ein großer Moment und ich war sehr glücklich
und die mitgeschleppte 250g Schokolade musste dran glauben. Der Anstieg ist
wirklich eine reine Konditionsschinderei und da hat man sich so etwas verdient!
Auch den Abstieg, wieder über die Westflanke vom Elfer, meisterte ich dann ohne
größeren Probleme. Wieder einmal bewunderte ich unsere Vorfahren die in diesen
"verdammt" steilen Hängen noch geheut haben. Über die "Rüüzlar Schüüna" und
einen Jägerpfad kamen wir dann wohlbehalten wieder im Lukasa Gänschtl an. Es war
für mich heute ein besonderer Tag und ich bin froh, dass ich psychisch heute
sehr gut drauf war und die Höhenangst dadurch nicht so durchkam. Wichtig war
natürlich auch die Begleitung von Daniela und Rainer, welche mich sicher auf die
Gipfel und wieder runter gebracht haben. Vielen Dank an Euch. Mit Euch in den
Bergen zu sein bringt immer eine Menge Spaß!