Der Zwölfer ist von Mittelberg gesehen ein gewaltiger und massiver Felsberg. Vom Gemstel gesehen ist er lange nicht mehr so Furcht einflößend. Am besten besteigt man den Gipfel in Kombination mit dem Elferkopf (2.387m). Von der Westflanke des Elferkopfs kann man entweder queren und in einen Sattel ansteigen oder über die obere Westrippe vom Elfer wieder in den Sattel hinunter und über den Grat zum Zwölfer. Genauso wie beim Elfer sind absolute Trittsicherheit und trockene Verhältnisse erforderlich. Wenn man noch ein Stück weiter zu einem Vorgipfel läuft, hat man einen schönen Tiefblick auf Mittelberg. Manchmal wird der Zwölfer auch über den "Bronnaberg" bestiegen.

Zwölfer und Mittelberg vom Zaferna (26.10.2007)
Eigene Erlebnisse:
13.10.2007
Der Elfer und Zwölfer sind meine Hausberge. Da ich aber leider nicht ganz
hundertprozentig schwindelfrei bin, waren diese beiden Gipfel für mich irgendwie
nicht wirklich erreichbar, aber trotzdem ein großer Traum zum einmal dort hinauf
zu kommen. Nachdem ich die letzten Jahre ja sehr viel auf Bergtour gegangen bin
und mit Daniela und Rainer viel unterwegs war, meinten sie, dass ich durchaus in
der Lage bin dort hinauf zu kommen. Nachdem das Wetter am vergangenen Samstag
leider diese Tour nicht zuließ, kam heute in der Früh der Anruf zum Versuch auf
diese beiden Gipfel. Ich war schon ein wenig nervös, da ich nicht genau wusste
was mich erwarten würde. Vom Lukasa Gänschtl stiegen wir über das von Rainer
getaufte "Otmara Tobel" (nach meinem Bruder) hinauf zur "Rüazlar Schüüna".
Weiter ging es einfach gerade hinauf über die Westflanke vom Elfer. Nach einem
ziemlich steilen Stück war ich schon sehr nahe am Aufgeben, doch Rainer und
Daniela redeten mir gut zu und meinten es würde nicht schlimmer, sondern eher
einfacher werden. Also ging es weiter und irgendwann verließen wir dann die
Westflanke und es begann eine für mich etwas unangenehme Querung, bis wir dann
wieder gerade hoch in den Sattel zwischen Elfer und Zwölfer liefen. Von dort war
es dann nicht mehr schwer auf dem Grat hinüber zum Gipfel des Zwölfers. Der
Anstieg zum Elfer sah von hier aus schon ziemlich hoch aus, doch ich machte mir
eigentlich gar keine Gedanken, sondern war erst mal glücklich, dass ich es schon
auf den Zwölfer geschafft habe. Nach einer Pause starteten wir dann langsam zum
Endanstieg zum Elfer. Rainer und Daniela hatten wirklich recht und es war nicht
so schlimm wie es aussah. Kurz vor dem Gipfel kam noch eine kleine
Klettereinlage und dann stand ich oben auf dem 2. höchsten Berg des
Kleinwalsertals. Es war für mich ein großer Moment und ich war sehr glücklich
und die mitgeschleppte 250g Schokolade musste dran glauben. Der Anstieg ist
wirklich eine reine Konditionsschinderei und da hat man sich so etwas verdient!
Auch den Abstieg, wieder über die Westflanke vom Elfer, meisterte ich dann ohne
größeren Probleme. Wieder einmal bewunderte ich unsere Vorfahren die in diesen
"verdammt" steilen Hängen noch geheut haben. Über die "Rüüzlar Schüüna" und
einen Jägerpfad kamen wir dann wohlbehalten wieder im Lukasa Gänschtl an. Es war
für mich heute ein besonderer Tag und ich bin froh, dass ich psychisch heute
sehr gut drauf war und die Höhenangst dadurch nicht so durchkam. Wichtig war
natürlich auch die Begleitung von Daniela und Rainer, welche mich sicher auf die
Gipfel und wieder runter gebracht haben. Vielen Dank an Euch. Mit Euch in den
Bergen zu sein bringt immer eine Menge Spaß!